macro: Industriellenvereinigungs neues Stragegiepapier - Industrieland Österreich Reloaded
Veröffentlicht am 29/10/2023
1425 Aufrufe

macro: Industriellenvereinigungs neues Stragegiepapier - Industrieland Österreich Reloaded
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macro - Der Blick auf's Ganze: Die Industriellenvereinigung zeigt mit ihrer Strategie „Industrieland Österreich – Reloaded“, wie es gelingen kann den industriellen Kern unseres Lan­des und damit den Motor für Wohlstand und Sicherheit wieder anzukurbeln. Im Rahmen der IV-Fachausschüsse haben sich rund 800 Expertinnen und Experten der IV-Mitgliedsbetriebe in den vergangenen Monaten, an der Ausarbeitung verschiedener Handlungsempfehlungen beteiligt, um die Wettbewerbsfähigkeit unseres Landes zu verbessern.

"Bevor es besser wird, müssen wir aber noch mit einem kurzen Winter-Abschwung rechnen", prognostiziert der Chefökonom der Industriellenvereinigung Christian Helmenstein in dieser Ausgabe von macro mit medianet Herausgeber Chris Radda.
Das Ideenbündel „Industrieland Österreich Reloaded“ zeigt in den sechs Kapitel - Moderner Staat, Infrastruktur, Talente, New Work, Energie & Klima sowie Forschung, Technologie & Innovation - wie die seit dem Jahr 2005 von den internationalen Ratingagenturen festgestellte Erosion des Wirtschaftsstandortes Österreich gestoppt und wieder in Wachstum gedreht werden könnte.

Im Macro-Talk fügte Chris Radda noch ein Schlusskapitel zum Thema "Neue Märkte braucht das Land" hinzu.

Wobei Christian Helmenstein nicht unbedingt Deutschland als Benchmark der wirtschaftlichen Entwicklung für unser Land sehen möchte, sondern eher die durchaus vergleichbaren Staaten wie etwa "die Niederlande, Schweden, Dänemark oder Norwegen."

Moderner Staat: Die (Teil-)Abschaffung der "Kalten Progression" nach mehr als 20 Jahren Verhandlungen sollte mit einer Senkung der Abgabenquote um -3% auf 40% weitere Impulse für Leistungsanreize setzen, eine volldigitale Verwaltung - wie etwa in Dänemark, Finnland oder Estland - die Effizienz des Staates steigern und Kosten senken.

In der Infrastruktur sieht Helmenstein "durchaus eine positive Entwicklung der Verkehrsinfrastruktur in den letzten 20 Jahren aber auch Nachholbedarf bei der Breitbandinfrastruktur und bemängelt die Untätig im Bereich Weltraumforschung.

Talente brauche Österreich ab jetzt Massenhaft: "Bis 2030 fehlen uns 540.000 Menschen zur Arbeitsnachfolge, der Bedarf der digitalen Transformation liegt bei 60.000 spezifisch ausgebildete Menschen. Trotz viel Geld für Bildung, Gesundheit, Sport sehen wir hierzulande leider keine Spitzenergebnisse." Ökonom Helmenstein sieht hier ein typisch ösrerreichisches Umwandlungsproblem von Input zu Ergebnissen. Hier müsse bereits im Kindergarten und der Volksschule begonnen werden "Kinder für mathematisch-technische MINT-Fächer zu begeistern".
Das System der HTLs hingegen schafft ein hervorragendes internationales Alleinstellungsmerkmal, welches in allen Bereichen ausgebaut werden müsse.

New Work: "Die Arbeit soll zu den Menschen kommen, wo immer das möglich ist", sagt Helmenstein, stellt sich jedoch jedoch gegen die "Illusion mit systematischer Arbeitszeitverkürzung den Wohlstand halten zu wollen": Auf ein Lebenseinkommen gerechnet bedeutet minus 20% Arbeitszeit den pro Kopf Verlust von zwei Eigentumswohnungen. "Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich würde die Wettbewerbsfähigkeit zerstören, Österreich würde deindustrialisiert werden“, so Christian Helmenstein.

Bei der Klima & Energie Politik gibt es viele ökonomische Argumente, in den Energiewandel zu investieren, sagt Helmenstein und schätzt, dass "alleine die Zielerreichung des Ausbaugesetzes bis 2030 Investitonen von rund 52 Mrd. nötig mache und dies bei einem derzeitigen, jährlichen Investitionsvolumen von acht Mrd. für die gesamte heimische Industrie.

Beim Thema Forschung, Technologie & Innovation ortet die Industriellenvereinigung eine Standortstärke: "Die gutdotierte Forschungsprämie, so Helmenstein, sei attraktiv für internationale Firmenansiedelungen."

Österreich war sehr erfolgreich Neue Märkte zu erschliessen. "Die Ostöffnung 1989 brachte die erfolgreiche Erschliessung des geografischen Nahbereiches, in den Nullerjahren konnte der US-Markt erfolgreich erobert werden, CETA folge derzeit erfolgreich mit Canada," so der Ökonom. "Mercosur und andere Handelsabkommen wären dringend gefragt um Handelspartnerschaften auszuweiten und die Abhängigkeit von problematischen Liefereketten zu reduzieren."

Sorry: das medianet tv Team entschuldigt sich bei unseren Zusehern für die reduzierte Audioqualität dieses spannenden Fach-Talks auf Grund einen technischen Gebrechens.