retail: Nachhaltigkeit als pandemischer Gewinner? Ja! Natürlich
Veröffentlicht am 16/01/2022
1367 Aufrufe

retail: Nachhaltigkeit als pandemischer Gewinner? Ja! Natürlich
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retail.conversations: "Corona hat den Wertewandel unserer Gesellschaft hin zu mehr Nachhaltigkeit beschleunigt", erzählt Klaudia Atzmüller, CEO der REWE-Group Tochter Ja! Natürlich Naturprodukte GmbH, in diesem Handels-Fachtalk mit medianet Herausgeber Chris Radda. Die - vor 27 Jahren vom Nachhaltigkeits-Pionier Werner Lampert und dem damaligen Billa Chef Veit Schalle gegründete Bio-Lebensmittel Marke Ja! Natürlich - befindet sich im Höhenflug.

Eine halbe Milliarde Umsatz, mehr als 1.100 Natur- oder Bioprodukte im Sortiment, die Anbindung an die grössten REWE-Outlets und die wahrscheinlich behutsam-genialste, langfristige Markenführung Österreichs - durchgesetzt von beseelten, öko-engagierten Führungskräften - haben Ja! Natürlich zum heimischen Synonym für biologische Ernährung entwickelt.

Und Bio hat sich in Österreich zum Mainstream gemausert. 2020 wurde erstmals die Marke von 10% aller LEH-Verkäufe mit Bio-Lebensmittel übersprungen, das Umsatzwachstum ist erstmals in der Geschichte der Marke zweistellig. "Das nächste Ziel liegt bei 15% LEH-Umsatzanteil binnen der nächsten fünf Jahre", so eine ambitionierte Klaudia Atzmüller. "Die Gesundheitskrise schärft das Bewusstseins rund um richtige Ernährung. Umweltschutz und Klimawandel führen zu einem Umdenken in der breiten Bevölkerung." Die Trends, herausgearbeitet in einer umfangreichen Studie: Homecooking gewinnt gegen Snackification, Regionalität und Transparenz der Herkunft der Lebensmittel, biologische Ernährung wird Mainstream. Bis zu 80% der Österreicher sind bereit auch einen Aufpreis für gesunde, biologische Lebensmittel zu bezahlen. Knapp 30% der heimischen Anbauflächen werden biologisch bewirtschaftet, jeder fünfte Landwirt führt einen Bio-Betrieb.
Den ÖsterreicherInnen gefällt die Vision eines nachhaltigen Feinkostladens vor der Haustüre immer besser: Tierwohl, regionale Kreislaufwirtschaft, Vermeidung von Food-Waste, gesunde, naturnahe Anbauflächen, Artenvielfalt und rare, wiederentdeckte Gemüse- und Obstsorten, kurze Transportwege, Reduktion von Treibhausgasen, etc.
Nach 27 Jahren und einer Jahrhundert-Pandemie scheinen sich die Visionen der Ja! Natürlich-Gründer in Österreich nun endgültig durchgesetzt zu haben. Das Beste daran: Es ist keine Esoterik oder eine Religion, sondern ein schönes - knapp eine Milliarde  Euro - schweres, nachhaltiges Geschäft für alle Beteiligten daraus geworden.